Fernsehkameras nachhause geschickt: Immer noch kein Urteil im Thüringer Wirtschaftsstrafverfahren

Da hat das Landgericht Mühlhausen am vergangenen Mittwoch den eigenen Terminplan über den Haufen geworfen und die Fernsehkameras und Journalisten der schreibenden Zunft, die sich auf die Urteilsverkündung eingestellt hatten, wieder nachhause geschickt. Seit Februar 2013 bin ich inzwischen 20 Mal nach Thüringen gereist, um dort den Chef des ehedem größten ostdeutschen Reiseveranstalters in einem Berufungsverfahren wegen Betruges und Untreue zu verteidigen. Erstinstanzlich war der damals noch anderweitig verteidigte Unternehmer nach nur 5 Stunden Verhandlungsdauer von einem Schöffengericht in Gera zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Laut Anklage soll er unter anderem trotz schon im Jahr 2006 eingetretener Zahlungsunfähigkeit in zahlreichen Fällen Verträge mit Hotels, Restaurants, Taxiunternehmen und ausländischen Reiseveranstaltern abgeschlossen haben, ohne sicher sein zu können, dass er die bestellten Leistung auch fristgerecht werde bezahlen können. Als das Unternehmen 2010 in die Insolvenz ging, soll ein sechsstelliger Betrag an offenen Rechnungen aus dem Tatzeitraum verblieben sein. Darüber hinaus soll er von ihm vereinnahmte Gelder, die einem Veranstalter für Motorsportgroßereignisse und einem Reiseversicherer zugestanden haben, veruntreut und zur Verbesserung der Liquiditätslage seines Unternehmens eingesetzt haben. Zwei Reisegruppen sollen wegen unbezahlter Rechnungen in Kenia und Südamerika hängen geblieben sein und mussten sich laut Anklage freikaufen, um die Rückreise antreten zu können.

Wir haben in der Berufung sehr intensiv verhandelt ...

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