Nachlassverbindlichkeiten - Schutz der Erben vor einer Erbenhaftung

Im Falle des Ablebens des Erblassers erwerben die Erben die Erbschaft als Ganzes; also nicht nur die Aktiven, sondern auch die Passiven (Art. 560 Abs. 1 und 2 ZGB). Die Schulden des Erblassers werden hierbei zu den persönlichen Schulden der Erben, für die sie unbeschränkt und solidarisch, d.h. mit dem Erbschafts- und dem eigenen Vermögen einzustehen haben (Art. 603 Abs. 1 ZGB). Reichen die Aktiven des Nachlasses demzufolge nicht aus, um alle Nachlassschulden zu tilgen, so haftet zusätzlich auch das Vermögen jedes einzelnen Erben (Art. 639 Abs. 1 ZGB). Die solidarische Haftung der Miterben gegenüber Dritten verjährt mit Ablauf von fünf Jahren nach der Teilung oder nach dem Zeitpunkt, auf den die Forderung später fällig geworden ist (Art. 639 Abs. 2 ZGB). Im Falle eines überschuldeten Nachlasses oder bei Unkenntnis der Vermögenssituation des Erblassers sieht das Recht verschiedene Möglichkeiten vor, wie sich die Erben davor schützen können, mit dem eigenen Vermögen für die Schulden des Erblassers einstehen zu müssen: Ausschlagung Die Erben haben die Möglichkeit, die ihnen zugefallene Erbschaft auszuschlagen. Ausschlagung bedeutet, durch Erklärung gegenüber der zuständigen Behörde die Annahme einer Erbschaft oder die Annahme eines Vermächtnisses zu verweigern (Art. 566 Abs. 1 ZGB). Die Ausschlagungsbefugnis ist vererblich (Art. 569 Abs. 1 ZGB). Die Frist zur Ausschlagung beträgt drei Monate (Art. 567 Abs. 1 ZGB) und beginnt für die gesetzlichen Erben – soweit sie nicht nachweisbar erst später vom Erbfall Kenntnis erhalten haben – mit dem Zeitpunkt, da ihnen der Tod des Erblassers bekannt geworden ist. Für die eingesetzten Erben beginnt sie mit dem Zeitpunkt, da ihnen die amtliche Mitteilung von der letztwilligen Verfügung des Erblassers zugekommen ist. Die Ausschlagungsfrist kann nur in Ausnahmefällen erstreckt bzw. wiederhergestellt werden (Art. 576 ZGB) ...Zum vollständigen Artikel


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