Der TV-Klassiker: Sie haben das Recht zu schweigen …

Die folgende Szene kennt vermutlich jeder, der schon einmal amerikanische TV-Serien gesehen hat. Während einer Verhaftung leiert der Polizist gelangweilt einen auswendig gelernten Spruch herunter, der die Rechte des Festgenommenen beschreibt1:

Sie haben das Recht zu schweigen. Alles was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht, zu jeder Vernehmung einen Verteidiger hinzuzuziehen. Wenn Sie sich keinen Verteidiger leisten können, wird Ihnen einer gestellt. Haben Sie das verstanden?

Diese Belehrung geht auf den Fall Miranda gegen den Staat Arizona2 aus dem Jahr 1966 zurück.

Der Fall Miranda v. Arizona

Im Jahre 1963 wurde der mexikanische Einwanderer Ernesto Miranda wegen Raubes sowie der Entführung und Vergewaltigung einer jungen Frau verhaftet. Nach zweistündigem Verhör legte der eingeschüchterte Mann ein umfassendes Geständnis ab. Das Gericht in Phoenix – Arizona – verurteilte ihn daraufhin zu einer 20-jährigen Freiheitsstrafe. Der Strafverteidiger von Miranda klagte gegen das Urteil vor dem U.S. Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Seine Argumentation: Die amerikanische Verfassung3 sichert jedem Beschuldigten das Recht auf Aussageverweigerung sowie anwaltlichem Beistand während des Verhörs zu. Miranda wusste dies nicht und konnte von seinen Rechten so keinen Gebrauch machen. Der Gerichtshof hob das Urteil auf und verwies das Verfahren an die Ausgangsinstanz zurück.4 Seitdem wird die Belehrung sinngemäß verwendet und ging als „Miranda-Warnung“ in die Rechtsgeschichte ein.

Foto: Arno Bachert / pixelio.de

Das Recht zu schweigen in Deutschland

Das „Miranda-Urteil“ gehört zu den bekanntesten amerikanischen Gerichtsentscheidungen in Deutschland – vor allem durch die Vielzahl populärer amerikanischer Fernsehserien, in denen diese showträchtige Belehrung natürlich nicht fehlen darf ...

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