Erektion und Erschlaffung

Hoppla. Da ist doch tatsächlich in diesem Wahlkampf, dessen Langweiligkeit nur noch von der Langweiligkeit des Gejammers über seine Langweiligkeit übertroffen wird, etwas im buchstäblichen Sinne Spannendes passiert. Peer Steinbrücks Geste prangt und reckt sich uns auf dem Titelblatt des SZ-Magazins entgegen, und alle halten den Atem an.

Es hat natürlich nur einen Moment gedauert, bis das erwartbare Geschnatter losgebrochen ist, wem das nun im Wahlkampfendspurt nützt oder schadet, ob das nun eher kantig oder eher prollig wirken könnte und was das über Steinbrücks Wille, Kanzler zu werden, aussagt. Aber dahinter haben doch jedenfalls alle offenbar das Gefühl: Mann, dieses Bild ist unglaublich stark. Das das sagt etwas über uns aus, auf das wir zurückgreifen werden, wenn wir später mal darüber nachdenken, wie wir eigentlich drauf waren im Jahr 2013. Das wird zu einer Ikone.

Was sagt es uns, dieses Bild? Im Vordergrund natürlich, dass hier ein Kerl steht, brustbehaart, breitschultrig und aggressiv, das Zeichen seiner erigierten Penetrationsbereitschaft steil in die Luft gereckt.

Weswegen das nicht wenige der Chefredakteure und Meinungsbonapartes dieses Landes das Bild total super finden: Es verschafft ihnen Erleichterung gegenüber Merkels passivem, präsidialem Mutti-Gepuschel. Peer zeigt Kante! Kampf! Konflikt! Kanzler!

Mit scheint aber das Bild eine zweite Ebene zu haben, und die ist von ganz anderer Natur ...

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