Nicht Tatfrequenzen, sondern konkrete Tatbilder

Im Sexualstrafrecht gerät man in der Revision teilweise an Urteile, die eine lediglich recht vage Sachverhaltsermittlung aufweisen. Im Vordergrund dieser Feststellungen stehen vom Opfer geschilderte Tatfrequenzen („mindestens einmal im Monat“ oder „in fünf Jahren mindestens vierzig- bis fünfzigmal“.

Derartige generelle Feststellungen sind jedoch zu wenig. Schon in 3 StR 18/94 (StV 1994, 361)* entschied der 3. Strafsenat zu den Voraussetzungen für Feststellungen bei Serienstraftaten:

Im Vordergrund der Sachverhaltsermittlung stehen nicht Tatfrequenzen, die ein jugendliches Tatopfer ohnehin kaum annähernd zuverlässig bekunden kann, sondern konkrete Lebenssachverhalte. (…) Nicht die Frage, „wie oft hat er das getan“, ist in erster Linie entscheidend, sondern die verschiedenen konkreten Tatbilder, die dem Opfer vor Augen stehen oder noch erinnerlich sind, in ihrer Individualität ...

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