Krabat, ein Film, die Zeugen Jehovas und die schulische Lektion des Bundesverwaltungsgerichts

Auch in einem weiteren Revisionsverfahren beim Bundesverwaltungsgericht ging es um Fragen der Religionsfreiheit und im Kontext schulischer Unterrichtsinhalte bei dem Fall, den ich vorab mit Sachverhalt und Verfahrensverlauf durch die Instanzen in dem Beitrag Jetzt auch {K}Rabat{z} beim Bundesverwaltungsgericht berichtet hatte.

Nach der heutigen Verhandlung entschied das Bundesverfassungsgericht, dass eine Unterrichtsbefreiung aus religiösen Gründen nur in Ausnahmefällen in Betracht kommen könne. Hierzu genügt allerdings nicht, dass der Inhalt einer schulischen Unterrichtsveranstaltung aus Sicht einzelner Schüler bzw. ihrer Eltern gegen für sie maßgebliche religiöse Vorgaben verstosse. Dies allein rechtfertige im Regelfall keinen Anspruch auf Unterrichtsbefreiung.

Die Kläger gehören der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas an. Ihr Sohn besuchte die 7. Klasse eines Gymnasiums in Bocholt. Im Deutschunterricht wurde das Buch „Krabat“ von Ottfried Preußler besprochen. Ferner sollte als Unterrichtsveranstaltung der Film „Krabat“ des Regisseurs Marco Kreuzpaintner besucht werden. Der Film zeigt unter anderem Praktiken schwarzer Magie. Die Kläger beantragten, ihren Sohn von dieser Unterrichtsveranstaltung zu befreien. Sie beriefen sich auf religiöse Gründe: Ihr Glaube verbiete ihnen, sich mit schwarzer Magie zu befassen. Die Schule lehnte die Befreiung ab. Der Sohn der Kläger nahm dennoch an der Filmvorführung nicht teil. Die Kläger haben Klage erhoben, mit der sie die Feststellung begehren, dass die Ablehnung der Befreiung vom Unterricht rechtswidrig gewesen ist. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat ihrer Klage im Berufungsverfahren stattgegeben ...

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