Richtungswechsel in der Rechtsprechung des BGH beim Zusammentreffen von Handeltreiben und Einfuhr?

Der Sachverhalt: Ein Drogendealer fährt zu seinem Lieferanten in die Niederlande, kauft dort 1 Kilogramm Kokain und schmuggelt das Rauschgift anschließend nach Deutschland. Den Kaufpreis i.H.v. 44.000 Euro muss er erst nach dem Weiterverkauf bei der nächsten Lieferung bezahlen. So geschieht es: 10 Tage später bezieht der Dealer von seinem Lieferanten in den Niederlanden ein weiteres Kilogramm Kokain und bezahlt die 44.000 Euro. Bei der folgenden 3. Lieferung weitere 12 Tage später bezahlt der Dealer die 2. Lieferung und kauft wieder 1 Kilogramm Kokain.

Die Frage: Für wie viele Taten muss sich der Dealer verantworten?

Hinsichtlich des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge nach § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG (Mindeststrafe ein Jahr Freiheitsstrafe) geht der 4. Strafsenat mit Beschl. v. 31.7.2013, 4 StR 223/13, davon aus, dass die überschneidenden Handlungsakte des Ankaufs des Kokains und der Bezahlung der vorausgehenden Lieferung im Wege der Bewertungseinheit zu einer Tat des Handeltreibens verbunden werden (kritisch zu einer Verklammerung durch Überschneidung von Zahlungsvorgängen der 3. Strafsenat in NStZ 2009, 392 und Körner/Patzak/Volkmer, BtMG, 7. Auflage, § 29/Teil 4, Rn. 433).

Ändert sich hieran etwas durch die gleichzeitig begangene Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, für die das Gesetz immerhin eine Mindestfreiheitsstrafe von 2 Jahren vorsieht? Ist im vorliegenden Fall also von einem Fall des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln nach § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Einfuhr von Betäubungsmitteln nicht geringer Menge nach § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG auszugehen oder von 3 solcher Fälle?

Die Antwort des 4. Strafsenats: Nach Auffassung des 4 ...

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