“Die dunkle Seite in mir” – Bekenntnisse eines Frauenarztes

Was geht nur im Kopf eines Gynäkologen vor, der über Jahre hinweg während seiner Untersuchungen heimlich Zigtausende Fotos und auch noch ein paar Videos vom Intimbereich seiner Patientinnen macht und diese danach auch noch zeitraubend katalogisiert? Auch in der Umkleidekabine soll er mehrere Frauen, darunter sogar seine Arzthelferinnen, gefilmt und fotografiert haben. Welche Besessenheit hat den heute 58-jährigen Mediziner geritten, dass er hierfür das Vertrauen seiner Patientinnen missbraucht und bei mehr als 1.400 Gelegenheiten ein nicht unerhebliches Entdeckungsrisiko auf sich genommen hat? Warum hat der Mann, der ja berufsbedingt sein tägliches lebendiges Anschauungsmaterial hatte, sich nicht – wie andere sexbesessene Männer das auch tun - mit risiko- und kostenlos aus dem Internet zu beziehenden Fotos und Filmen zufrieden gegeben, wenn er nach der Arbeit noch das Bedürfnis hatte, sich in sexuelle Erregung zu versetzen? War es für ihn besonders animierend zu wissen, dass er sich das Bildmaterial mit verbotenem Tun beschafft hat oder dass er die Fotos konkreten, ihm persönlich bekannten Frauen zuordnen konnte?

Gestern hat vor dem Landgericht Frankenthal der Prozess gegen den ehemals rennommierten Mediziner aus Schifferstadt begonnen, der aufgrund eines Berufsverbots bereits seit dem Frühjahr 2012 nicht mehr praktizieren darf. Ich hatte darüber im strafblog unter dem Titel “Den Beruf zum Hobby gemacht (?) – Gynäkologe darf wegen Aufnahmen vom Intimbereich der Patientinnen auch weiterhin nicht praktizieren” berichtet. Die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch unbefugte Bildaufnahmen (§ 201a StGB) in 1.484 Fällen wird dem Mann zur Last gelegt, dazu noch sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses in 10 Fällen, weil der ohne medizinische Veranlassung mit dem Finger oder mit Ultraschallsonden in die Scheide oder den After von Patientinnen eingedrungen sein soll.

Bei swr ...

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