Selbstmord

Es scheint ein Tag wie jeder andere zu sein. Ich schlage die Zeitung auf um mir den medialen Quatsch der Presseleute wieder einmal anzutun. Der Glaube an eine objektive, ehrliche Berichterstattung ist mir längst abhanden gekommen. Egal. Zum Kaffee sehe ich mir die Schlagzeilen an. Wieder ein Selbstmord in der #JVA #Saarbrücken. Ein 36jähriger in Untersuchungshaft. Tot. Aus die Maus. Da denke ich daran, wie es vielen der Inhaftierten gerade in der #Untersuchungshaft ergeht. Der Bürger meint immer das im #Knast sei so eine Art Kur. Leider weit gefehlt. 23 Stunden Einschluss in einer sechs qm Zelle. Eine Stunde Hofgang mit anderen Gefangenen die man vorher nie gesehen hat und die vielleicht ganz üble Sachen - Verbrechen - am Hals haben. Viele "Normalos" ohne Hafterfahrung werden durch die Inhaftierung von der Straße genommen und wie ein Tier eingepfercht. Als Abwechslung gibt es nur die Freistunde und Fernseher. Ansonsten ist man mit seinen Gedanken allein. Weg sind die vielleicht jahrzehntelang geübten und gewohnten sozialen Kontakte. Zur Ehefrau, Eltern, Kindern und freunden. Die Kommunikation als menschliches Grundbedürfnis, die menschliche Wärme wird ad hoc durch die Haft unterbunden und der Gefangene ist auf das Briefeschreiben und die wenigen Besuche angewiesen. Und das hier die Briefe gerade in der U- Haft oft Wochen unterwegs sind, interessiert niemanden. Die Sozialarbeiter in der #JVA sind viel zu wenige um dem Andrang an Vormeldern zu Gesprächen ernsthaft Herr zu werden. Also heißt es für die Gefangenen, allein mit den Gedanken. Eingeschlossen, eingefroren. Vergessen und Spielball dessen was kommen wird. Das ist ein Zustand, der sicherlich häufig zu suizidalen Gedanken führt ...Zum vollständigen Artikel

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