Anrechnung von Studienzeiten aus einem faktischem Medizinstudium

Die Freiheit des Studiums darf nur zur Erreichung der (landes)gesetzlich vorgesehenen Zwecke eingeschränkt werden. Das Anrechnungsverfahren gemäß § 12 Abs. 1 Nr. 1 ÄAppO ist nicht das geeignete Instrument, um Einschränkungen der Studierfreiheit durchzusetzen.

Nach § 12 Abs. 1 Nr. 1 ÄAppO, rechnet die nach Landesrecht zuständige Stelle auf die in der Approbationsordnung vorgesehene Ausbildung, soweit Gleichwertigkeit gegeben ist, ganz oder teilweise Zeiten eines im Inland betriebenen verwandten Studiums an. Nach § 12 Abs. 4 Satz 2 ÄAppO ist bei Studierenden, die eine Einschreibung oder Zulassung für das Medizinstudium bei einer Universität im Inland noch nicht erlangt haben, die zuständige Stelle des Landes zuständig, in dem der Antragsteller geboren ist.

Die während eines Zahnmedizinstudiums in Tübingen absolvierten Studienzeiten im Fachbereich Humanmedizin, namentlich die Vorlesung und das Seminar der Anatomie, sind aller Voraussicht nach anrechnungsfähige Studienzeiten gemäß § 12 Abs. 1 Nr. 1 ÄAppO. Zwar hat die Antragstellerin diese Studienzeiten nicht in einem verwandten Studium i.S.d. § 12 Abs. 1 Nr. 1 ÄAppO absolviert, da das Seminar Anatomie an der Universität Tübingen kein Bestandteil des Studiengangs Zahnmedizin ist. Bei diesen Studienzeiten handelt es sich aber um ein faktisches Medizinstudium, das in entsprechender Anwendung des § 12 Abs. 1 ÄAppO anzurechnen ist.

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil zur Anrechenbarkeit des faktischen Medizinstudiums ausgeführt:

Der nicht für Medizin eingeschriebene Teilnehmer der Unterrichtsveranstaltungen des Studienganges Medizin erhält in diesem Umfang fachlich die Ausbildung eines Medizinstudenten ...

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