Was macht eigentlich … Richter Gnadenlos?

Einst war Ronald Barnabas Schill eine schillernde Persönlichkeit und weit über den Hamburger Justizbetrieb hinaus bekannt. Zu dieser Zeit trat er häufig in der Presse und auch im Fernsehen auf, wobei er stets eine härtere Bestrafung von jugendlichen Wiederholungstätern forderte und ein von ihm behauptetes „Kartell strafunwilliger Jugendrichter in Hamburg“ anprangerte. Die Boulevardpresse feierte ihn aufgrund seines Engagements und seiner harten Strafen (nahezu ausnahmslos in nächster Instanz wieder aufgehoben) als „Richter Gnadenlos“.

Nach mehreren Querelen und einer Anklage wegen Rechtsbeugung wurde Schill dann bald zum Landgericht „wegbefördert“ und bearbeitete dort fortan Mietsachen – allerdings nicht mit sehr großem Elan, wie mir von einem damaligen Richterkollegen berichtet wurde. Lediglich ca. zwei Akten im Monat (!) wurden von ihm einem Ergebnis zugeführt, so dass im Landgericht der Sekt entkorkt wurde, als er in die Landespolitik wechselte.

Das ist wohl zugleich eines der dunkelsten Kapitel der Hamburger Politikhistorie ...

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