Irreführende Werbung durch Photoshop?

Die Software “Photoshop” von Adobe hat ein neues Zeitalter der Werbung eingeläutet: Das Zeitalter der Werbung mit makellos schönen Modellen. Mit wenigen Handgriffen bzw. Klicks wird auf Bildern und in Filmen die Haut ebenmäßiger und faltenfrei, Wimpern länger und dichter und die Lippen voluminöser gemacht.

Gerade Kosmetikkonzerne nutzen intensiv Grafikprogramme, um ihre meist hochprominenten Werbegesichter noch werbewirksamer einzusetzen. Was beim durchschnittlichen Konsumenten vielleicht ein Schmunzeln hervorruft oder Anlass zur Belustigung bietet, ist Kritikern und besonders konkurrierenden Unternehmen mitunter ein Dorn im Auge. Die Kampagnen werden als irreführend bezeichnet, da der Hersteller sich durch die Werbung einen Vorteil verschafft, der nicht auf den Fähigkeiten des Produkts oder auf besonderen unternehmerischen Fähigkeiten, sondern auf Täuschung beruht. Dem Konsumenten werden Dinge vorgegaukelt, die das Produkt nicht halten kann und so die Wettbewerbsfähigkeit von Konkurrenzprodukten negativ beeinträchtigt- kurzum: Man kann den werbenden Unternehmen vorwerfen, unlauteren Wettbewerb zu betrieben.

Internationale Verbote

In England wurden aus diesem Grund bereits mehrere Kampagnen großer Kosmetikhersteller (L’Oréal, Lancôme, Dior und Maybelline) von der britischen Werbeaufsicht Advertising Standard Authority (ASA) wegen Irreführung verboten. Zunächst hatte die Parlamentsabgeordnete Jo Swinson wegen zu starker digitaler Nachbearbeitung der Bilder medienwirksam Beschwerde bei der ASA erhoben, anschließend folgten Unternehmen ihrem Vorbild und beschwerten sich erfolgreich über ihre Konkurrenten.

Israel erließ im Jahre 2011 sogar das sogenannte Photoshop-Gesetz, das das „Verdünnen“ von Models im Wege der Bildbearbeitung und Werbekampagnen mit zu dünnen Models (Grenze ist ein Body-Mass-Index von 18,5) verbietet ...

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