Der prügelnde Heimtückemord?

Dies ist eine Besprechung der Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 06. September 2012 (3 StR 171/12) zur Frage der Heimtücke als Mordmerkmal bei vorangegangenen verbalen und gewalttätigen Streitigkeiten, welcher folgender Sachverhalt zugrunde lag:

Sachverhalt Die Ehe des Angeklagten und der Geschädigten war von regelmäßigen, häufig lautstarken und gewalttätigen Streitigkeiten geprägt. Die Eheleute versöhnten sich jedoch nach jedem Streit wieder. Im November 2010 lebten der Angeklagte und die Geschädigten zeitweise nicht unter einem Dach. Als Ende November die Geschädigte wieder in die gemeinsame Wohnung zurückkehrte kam es zu einem Streit zwischen den Eheleuten. Am nächsten Tag kam es dann ein weiteres mal zu einer verbalen Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Angeklagte ein in seinem Rückenbereich seines Hosenbundes befindlichen Küchenmesser ergriff, die Geschädigte in den Schwitzkasten nahm und mit dem Messer wahllos auf sie einstach und Stichverletzungen im Brust-, Thorax- und Bauchbereich und am Hals verursachte. Der Angeklagte erkannte, dass die Verletzungen lebensgefährlich waren und nahm das Versterben des Opfers billigend in Kauf. Nachdem die Geschädigte auf dem Boden zusammensackte und regungslos da lag, ließ der Angeklagte von ihr ab, in der Überzeugung sie werde unmittelbar versterben. Die Geschädigte überlebte aufgrund des Notarzteinsatzes und einer Operation. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte den Angeklagten, wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Wann wird ein Totschlag zum Mord? Ein Totschlag, wird dann zum Mord, wenn bei der Ausübung der Tat besondere Merkmale oder Vorgehensweisen erfüllt worden sind. Diese sind im § 211 Abs. 1 StGB aufgezählt. Eines der Mordmerkmale ist die „Heimtücke“. Heimtückisch handelt, wer in feindlicher Willensrichtung die Arg-und Wehrlosigkeit des Opfers bewusst zu dessen Tötung ausnutzt ...

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