Begünstigung, § 257 I StGB

Das Landgericht Duisburg hatte es mit einem klassischen Problem zu tun: Der Abgrenzung der Beihilfe zur Haupttat von der Begünstigung gemäß § 257 I StGB. Diese Abgrenzung ist eigentlich leicht: Sobald die Haupttat beendet ist, der Täter also hierzu denklogisch keine Beihilfe mehr leisten kann, kommt Begünstigung für den Fall in Betracht, dass der Täter einem anderen, der eine rechtswidrige Tat begangen hat, in der Absicht Hilfe leistet, ihm die Vorteile der Tat zu sichern.

Noch leichter ist hingegen, sich um über diese Abgrenzung schlicht keine Gedanken zu machen. So geschehen im Falle des Landgerichts Duisburg:

„Nach den Feststellungen des Landgerichts verließen der Angeklagte und seine beiden Tatgenossen gemeinsam den Tatort und ließen dort den von ihnen - auch mit einem Holzknüppel - zusammengeschlagenen, blutenden und stöhnenden Geschädigten auf dem Boden liegend zurück. Als die Täter zum Pkw des Angeklagten liefen, hielt der Mitangeklagte T, ein Bruder des Angeklagten, sowohl das zuvor entwendete Handy des Geschädigten als auch das diesem weggenommene Bargeld offen in der Hand. Dies bemerkte (auch) der Angeklagte, der spätestens ab diesem Zeitpunkt Kenntnis davon hatte, dass der Geschädigte beraubt worden war. Der Angeklagte fuhr anschließend mit den beiden anderen in Richtung der Innenstadt (von Duisburg). Das entwendete Handy warf einer der Tatgenossen des Angeklagten während der Fahrt aus dem Autofenster. Das entwendete Geld wurde im Pkw gezählt und „später aufgeteilt". T erhielt einen Teil des Geldes; `ob und in welcher Höhe seine Begleiter an dem Geld partizipierten, ließ sich nicht mit Sicherheit feststelle`" (BGH, Beschluss vom 27. 11. 2012 - 3 StR 433/12 (LG Duisburg)) ...

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