Das erste Opfer …

„The First Casualty“ von Phillip Knightley gehört in den Bücherschrank eines jeden politischen Journalisten. Der australisch-britische Journalist Knightley, einer der weltweit besten Autoren in Sachen Geheimdienstgeschichte, hatte einmal zusammengetragen, wie vor und während Kriegen berichtet wird und was denn tatsächlich der historischen Wahrheit entsprach. Der Buchtitel spielt auf die Binsenweisheit an, dass im Krieg die Wahrheit immer das erste Opfer ist. Die Bilanz der Kriegslügen ist ernüchternd bis deprimierend. Wer glaubte, die Brutkastenlüge oder „Curveball“ seien Einzelfälle, muss nach Lektüre einräumen, dass Kriegslügen vielmehr der absolute Regelfall sind und wird künftig die Nachrichten mit deutlicher Skepsis verfolgen.

Die Tatsache, dass diese Woche trotz der dürftigen Nachrichtenlage auf dem Titel eines großen deutschen Nachrichtenmagazins ein dem Kontext nach mit Giftgas ermordetes Kind zu sehen war, erlaubt eine gewisse Prognose, wer ein Interesse an solchen „Nachrichten“ hat und offenbar über propagandistischen Einfluss verfügt. Einem Foto kann man nicht ansehen, ob es echt ist, wann und wo es aufgenommen wurde, ob das abgebildete Kind tot ist und wer wirklich die Schuld daran trägt. Ich kann es jedenfalls nicht beurteilen, wohl aber, dass solche Bilder Hass auslösen.

Selbst bei Giftgaseinsatz durch Assad wäre der angekündigte Militärschlag völkerrechtswidrig. Militär ist nicht Polizei. Chirurgische Luftschläge gibt es nicht. Kriege werden nicht aus Humanität, sondern aus wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen geführt ...

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