Oxford Tales VII: Lehre – Tutorials und Essays

In der Reihe „Oxford Tales“ berichte ich in loser Folge über verschiedene Aspekte meines Erasmusaufenthalts an der University of Oxford. Meine Zeit in Oxford ist inzwischen schon seit über zwei Monaten vorbei. Am Ende dieses Sommers, in dem mich zunächst ein Praktikum und nun eine Hausarbeit beschäftigen, finde ich endlich Zeit, über das wichtigste Thema zu schreiben: die Lehre in Oxford. Die Lehre an der University of Oxford zeichnet sich vor allem durch das tutorial system aus. Tutorien sind wöchentliche, einstündige Lehrveranstaltungen, bei denen ein Wissenschaftler (tutor) mit zwei oder drei Studenten ein bestimmtes Thema bespricht. Zur Vorbereitung erhalten die Studenten eine reading list mit zu lesenden Texten. Außerdem müssen die Studenten einen Essay von meist 2000 Wörtern über eine bestimmte Frage schreiben (in naturwissenschaftlichen Fächern kann dies anders sein; insb. in mathematischen Fächern sind oft problem sheets zu lösen). Im Tutorium wird das vorbereitete Thema unter Einbeziehung der gelesenen Texte diskutiert. Die genaue Gestaltung des Tutoriums hängt vom jeweiligen Tutor ab. Teilweise müssen Studenten ihre Essays vorlesen oder zusammenfassend erläutern. Andere Tutoren legen mehr Wert auf Diskussion. Insgesamt wird darauf geachtet, dass die Studenten in den Tutorien viel zu Wort kommen. Die Idee von Tutorien und Essays ist es, dass die Studenten sich kritisch mit dem Stoff auseinandersetzen und lernen, eigene Positionen zu beziehen und argumentativ zu untermauern. Die Tutorien werden vom jeweiligen College des Studenten organisiert. Es gibt jedoch Kooperationen zwischen den Colleges, sodass viele Tutorien in anderen Colleges stattfinden. Die Tutorien bilden den Kern der Lehre in Oxford. Daneben gibt es Vorlesungen an den Fakultäten. Diese sind als Ergänzung gedacht. Sie eignen sich meist dazu, die Grundlagen des jeweiligen Stoffes zu lernen ...Zum vollständigen Artikel


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