Der kleine Max bei Facebook

Rechtsanwältin Anna Westphal

Max ist 3 Jahre alt. Seine Eltern haben sich schon kurz nach seiner Geburt getrennt, teilen sich aber das gemeinsame Sorgerecht. Jedes 2. Wochenende besucht Max seinen Papa, übernachtet bei ihm und es wird gemeinsam etwas unternommen. Manchmal gehen sie auf den Spielplatz. Dort spielt Max gerne in der Sandkiste und bäckt Sandkuchen. Der Papa findet Max dann immer so niedlich, dass er diese Erinnerung für immer festhalten will und fotografiert Max, wie er voller Freude seinem Papa den gelungen Sandkuchen anbietet. Weil der Papa seine Freude mit der ganzen Welt teilen will, stellt er das so eben geschossene Foto bei facebook ein.

Darf er das?

Als die Mutter davon erfährt, ist sie alles andere als begeistert. Sie möchte nicht, dass Bilder ihres Kindes im Internet veröffentlicht werden und schon gar nicht, dass diese Veröffentlichung ohne ihr Einverständnis erfolgt. Sie will nun verhindern, dass dieses oder weitere Fotos im Internet veröffentlicht werden.

Und was sagen die Gerichte dazu?

Das Amtsgericht Menden hatte in seiner Entscheidung vom 03.02.2010, Az. 4 C 526/09 einen ähnlichen Fall entscheiden müssen. Obwohl diese Entscheidung einige Jahre zurückliegt, könnte sie nicht aktueller sein.

Das Gericht hat festgehalten, dass in dem Einstellen von Kinderfotos ein „Verbreiten“ und „öffentlich zur Schau stellen“ vorliegt. Nach dem Kunst- und Urhebergesetz bedarf hierbei auch der Einwilligung. Betroffen ist das Persönlichkeitsrecht des Kindes in der Form des „Rechts am eigenen Bild“. Die Sorge für die Wahrung des Persönlichkeitsrechtes obliegt dem sorgeberechtigten Elternteil ...

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