6 Jahre anstatt 4 Monate für eine Körperverletzung

Ilona H. wurde im November 2007 wegen einer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt. In einem Supermarkt habe sie mit einem Einkaufswagen eine andere Kundin gerammt, die Situation nach dem Zusammenprall eskalierte. Seitdem ist sie in einem psychatrischen Krankenhaus untergebracht. Laut einem psychatrischen Gutachten leide sie an einer wahnhaften Störung, gelte als Gefahr für die Allgemeinheit. Nach Ansicht ihrer Ärzte scheiterten bislang alle Therapien, an dem Befund des ursprünglichen Gutachtens hätte sich bis heute nichts geändert. Außerdem gebe es dort „unwürdige Behandlungsmethoden“, die mit einer Behandlung nicht viel gemein haben – vorsichtig formuliert. Das Problem: Es gibt kein Entlassungsdatum. Kein „Haftende“. „Viele unbekannte Mollaths“, hatte sein Verteidiger Gerhard Strate prognostiziert. Und damit scheint er Recht zu behalten. Es ist sicherlich nur ein Zufall, dass auch diese Patientin in einer bayrischen Klinik untergebracht ist. Oder gehört sowas zur bayrischen „Law & Order“-Politik? In einem Artikel in der aktuellen Ausgabe der ZEIT bringt Thomas Fischer es auf den Punkt:
„Wer einmal mit einem Fall zu tun hatte, in dem ein wahnkranker, jeder Ansprache unzugänglicher Mensch einen anderen massakrierte, weil er ihn für den Teufel hielt, wird an der Notwendigkeit keinen Zweifel haben ...
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