Das Märchen von der Resozialisierung

Resozialisierung kann nur gelingen, wenn ein Verurteilter das Unrecht und die Schuld seiner Tat auch einsieht – so lautet die weit verbreitete Überzeugung in der Rechtswissenschaft. Das führt jedoch zu Problemen, die Klaus Lüderssen in der Frankfurter Allgemeinen aufzeigt. Fest steht: Unendlich ist die Komplexität der Delinquenz. Daher müssten auch die staatlichen Reaktionen unendlich komplex sein. Das ist jedoch Utopia. Reduzierung von Komplexität sei vielmehr die herrschende Parole. Die Schuld des Täters, also der persönliche Vorwurf seiner Tat, ist ein riesiges Mosaik; die Schuld des Täters ist im Kopf des Richters jedoch präjudiziert durch wenige Maximen und Lehrbuchweisheiten. Völlig unberührt von der Entwicklung bleiben aber Theorie und Praxis der Strafzwecke gleich: Vergeltung durch Generalprävention (angedrohte oder vollstreckte) sowie Spezialprävention (Sicherung, Besserung, Abschreckung) sind die ewig gleichbleibenden Schlagworte mit zwar leichten Abwandlungen (Resozialisierung ist ein etwas jüngerer Terminus) – und danach die Unterscheidung zwischen positiver (normbestätigender) sowie negativer (abschreckender) Generalprävention, und ganz neu die Genugtuungsstrafe im Interesse des Opfers ...Zum vollständigen Artikel


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