Anrecht beim Versorgungsausgleich vergessen? BGH: keine Korrektur mehr möglich.

Viel öfter als man es wahrhaben will, werden bei der Scheidung im Versorgungsausgleich nicht alle Rentenansprüche erfasst, sei es, dass sich einer der Beteiligten nicht im Klaren darüber ist, welche Ansprüche er eigentlich hat, sei es, dass er einen Teil seiner Ansprüche bei seiner Auskunft einfach unterschlägt. So ging es einer Ehefrau, die 2007 rechtskräftig geschieden wurde. 2009 starb dann ihr Mann, und im Zuge der Nachlass-Abwicklung erfuhr sie, dass er nicht nur die von ihm im Scheidungsverfahren angegebenen Ansprüche auf Altersvorsorge hatte sondern noch zusätzliche Ansprüche. Die Frau stellte deshalb bei Gericht den Antrag, den Versorgungsausgleich nach § 51 VersAusglG abzuändern. Damit stieß sie in 2 Vorinstanzen und zum Schluss auch beim BGH ( Beschluss vom 24.7.2013, Aktenzeichen XII ZB 340/11) auf taube Ohren: Der Versorgungsausgleich können nur in Bezug auf Versorgungsansprüche korrigiert werden, in irgendeiner Form Gegenstand der Ausgangsentscheidung waren, nicht aber auf solche, in die Entscheidung nicht einbezogen waren. Insofern habe sich nämlich der Gesetzgeber in den Materialien zum Versorgungsausgleichsgesetz (BT-Drucks. 16/10144 S. 89) eindeutig geäußert:
"Die §§ 51, 52 VersAusglG ordnen ... eine „Totalrevision“ nach neuem Recht an. In diese sind aber nur diejenigen Anrechte einzubeziehen, die auch Gegenstand der abzuändernden Entscheidung waren ...
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