Unangemessene Schadensregulierung erhöht das Schmerzensgeld

“Die Haftpflichtversicherungen sind verpflichtet, die Schadensregulierung von sich aus zu fördern und angemessene Abschlagszahlungen zu leisten, sobald ihre Einstandspflicht bei verständig-lebensnaher, objektiver Betrachtungsweise erkennbar wird.” (OLG Karlsruhe 1972)

Auf dieses inzwischen mehr als 40 Jahre alte Urteil hat sich das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main bereits in einem Urteil vom 07.01.1999 berufen und in einem Fall das Schmerzensgeld verdoppelt. Die Begründung war damals, die Versicherung habe sich in kaum verständlicher und zu missbilligender Weise einem berechtigten Verlangen nach Entschädigung entgegengestellt. Sie habe ihre Machtposition als wirtschaftlich stärkere Partei in geradezu unanständiger Weise ausgenutzt. Ein solches Verhalten grenze bereits an den Tatbestand der Nötigung und könne nicht hingenommen werden.

Klare Worte des OLG Frankfurt am Main

Laura Quirmbach, LL.M. – Master of Laws (Medizinrecht) Rechtsanwältin, Fachanwältin für Medizinrecht

Ein Verhalten, das einige Versicherer bis heute beibehalten haben. So hat das OLG Frankfurt am Main in einem unserer Fälle mit Urteil vom 01.02.2013 (AZ – 10 U 198/11) einmal mehr das Regulierungsverhalten einer Versicherung gerügt. Die Begründung war zum einen, dass diese den Schaden in demütigender Weise bagatellisiert habe. Schmerzensgelderhöhend wurde außerdem der Umstand bewertet, dass selbst lange nach der strafrechtlichen Verurteilung des Schädigers wegen fahrlässiger Körperverletzung keine Zahlungen erfolgten ...Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK