Gewaltopferambulanzen in Deutschland

Wer Opfer einer Gewalttat (z.B. einer Körperverletzung) geworden ist, wird meist Strafanzeige erstatten wollen. Dafür ist es wichtig, die dabei erlittenen Verletzungen richtig und vollständig dokumentieren zu lassen, damit im Ermittlungsverfahren und später vor Gericht ein Nachweis für das Tatgeschehen oder für Tatfolgen geführt werden kann – andernfalls kann es sein, dass ein Täter nicht bestraft werden kann. Ob man Strafantrag (zusammen mit einer Strafanzeige) stellen möchte, kann man sich bis zu drei Monaten überlegen. Unter die möglichen Gewalttaten fallen natürlich auch alle Sexualstraftaten (Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung), insbesondere im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen (z.B. K.o.-Tropfen). Einen Nachweis über die Verabreichung solcher Mittel zu führen ist originäre Aufgabe der Rechtsmedizin und kann nur relativ kurz nach einer Tat (8-12 Stunden) festgestellt werden. Es empfiehlt sich daher, gleich beim ersten (meist telefonischen) Kontakt mit der Polizei oder einer Gewaltopferambulanz auf einen derartigen Verdacht hinweisen. Gewaltopferambulanzen sind in Deutschland noch nicht flächendeckend verfügbar oder nicht rund um die Uhr besetzt. In den seltensten Fällen wird es sinnvoll sein, sich direkt an derartige Ambulanzen zu wenden. Zudem ist die Beweismittelsicherung dort meist nicht kostenlos oder direkt über die Krankenkasse abrechenbar, so dass eine solche Untersuchung (z.B. durch die Polizei) angeordnet werden muss. Für Fälle, in denen sich das Opfer nicht entschließen kann, sofort eine Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, können Opferorganisationen mit einem Hilfescheck für eine kostenlose Untersuchung und Sicherung der Gewaltspuren weiterhelfen ...Zum vollständigen Artikel

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