Rezension Zivilrecht: Sorge und Umgang

Fröschle, Sorge und Umgang – Elternverantwortung in der Rechtspraxis, 1. Auflage, Gieseking, 2013 Von Richter am Amtsgericht Carsten Krumm, Lüdinghausen Sorgerecht und Umgang sind neben dem Unterhaltsrecht zwei zentrale Themen familienrechtlicher Praktiker. Selbst bei vielen erfahrenen Familienrechtlern ist die Materie trotzdem unbeliebt, da mehr als bei Entscheidungen über Vermögenswerte das menschliche Schicksal der Beteiligten zum Gegenstand des Verfahrens wird. Dem trägt der Gieseking-Verlag nun Rechnung durch das neue Buch „Sorge und Umgang“ von Fröschle, das als Band 37 der FamRZ-Reihe erscheint. Auf 290 Seiten befasst sich Fröschle mit der Praxis der Verfahren rund ums Kindeswohl. Er beginnt mit der elterlichen Sorge, die er zunächst hinsichtlich ihrer Rechtsnatur darstellt. Diese Ausführungen sind notwendig – Fröschle hat sie aber auch richtigerweise kurz gehalten, um den Praxisproblemen mehr Raum schenken zu können. Sodann wendet er sich dem Sorgerechtsverfahren zu, also den FamFG-Vorschriften. Für anwaltliche Anfänger reichen diese Grundlagen in Verbindung mit einem aktuellen Formularbuch sicher aus, um ein Verfahren vernünftig in Griff zu bekommen. Für erfahrenere Praktiker dagegen - die das Buch sicher ebenfalls gerne nutzen werden - dürfte es m.E. an dieser Stelle schon etwas ausführlicher werden. Dies gilt etwa für den Einsatz von Sachverständigen, von Verfahrensbeiständen oder die Beteiligung der Kinder selbst am Verfahren, auch etwa durch die obligatorische Kindesanhörung des § 159 FamFG. Man darf gleichzeitig aber auch nicht verschweigen, dass Fröschle viele Verfahrensfragen in den weiteren Text einfließen lässt. So ist das Buch fraglos auch in der Praxis gut nutzbar. Die „Verteilung“ der elterlichen Sorge, also die Frage, ob Allein- oder Mitsorge besteht/bestehen soll ist dann Gegenstand des 2. Kapitels. Hier ist das Buch deutlich z.B. Fachanwaltsbüchern überlegen, die alle familienrechtliche Teilbereiche beackern ...Zum vollständigen Artikel


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