Hochzeitsbild bei Facebook = fristlose Kündigung!

Die Nutzung sozialer Netzwerke stellt nicht nur ein stetig an Anziehungskraft gewinnendes Freizeitvergnügen dar – diese kann durchaus auch arbeitsrechtliche Tücken haben. Dies zeigt der am morgigen Tag noch vor dem ArbG Krefeld zu verhandelnde Fall: Ein bei Facebook veröffentlichtes Foto, geschossen anlässlich des (vermeintlich) schönsten Tag im Leben eines heiratswilligen Menschen, soll Grund für eine fristlose Kündigung eines Arbeitsverhältnisses sein (Az. 3 Ca 1384/13).

Bräutigam belastet Bandscheiben

Der Arbeitnehmer, seit Oktober 2012 bei dem beklagten Transportunternehmen als Lagerist beschäftigt, war seit Ende Mai 2013 wegen eines schweren Bandscheibenvorfalls arbeitsunfähig krankgeschrieben. Nach eigenen Angaben ermögliche ihm nur die Einnahme stärkster Schmerzmittel, die Situation zu ertragen.

Ende Juni 2013 heiratete der Mitarbeiter. Aufgrund von ihm auf Facebook veröffentlichter Fotos der Hochzeitsfeier wirft der Arbeitgeber ihm vor, sich auf dieser Feier genesungswidrig verhalten zu haben, indem er seine zum damaligen Zeitpunkt hochschwangere Frau durch ein zuvor in ein Laken geschnittenes Herz getragen habe.

Damit habe er seine Pflicht, den Genesungserfolg nicht zu gefährden und an der Wiederherstellung seiner Arbeitsfähigkeit mitzuwirken, schwerwiegend verletzt. Denn aufgrund des von ihm angegebenen Bandscheibenvorfalls sei er verpflichtet gewesen, auch in seiner Freizeit alles zu unterlassen, was den Genesungserfolg gefährde, also insbesondere die Belastung des Rückens durch schweres Tragen. Das Unternehmen kündigte in der Folge das Arbeitsverhältnis fristlos, hilfsweise ordentlich gekündigt.

Der Kläger erhob hiergegen Kündigungsschutzklage. Anlässlich der Hochzeit habe er seine Ehefrau im nachvollziehbaren Überschwang der Gefühle einmal kurz hochgehoben. Das könne die Kündigung nicht rechtfertigen ...

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