BAG: Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses führt nicht automatisch zur Unterbrechung der Wartezeit im Sinne des Kündigungsschutzgesetztes

Die Dauer des Arbeitsverhältnisses ist für die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetztes ausschlaggebend. Ein in Vollzeit beschäftigter Arbeitnehmer muss mindestens 6 Monate in einem Betrieb arbeiten, damit das KSchG Anwendung findet (kurz: Wartezeit).

Fraglich ist aber, wie die Wartezeit in Fällen zu bemessen ist, in denen das Arbeitsverhältnis rechtlich unterbrochen wird. Typische Unterbrechungen des Arbeitsverhältnisses finden beispielsweise regelmäßig im Baugewerbe statt. Hier wird das Arbeitsverhältnis regelmäßig saisonbedingt unterbrochen. Doch welche Auswirkung hat diese Unterbrechung auf die Wartezeit?

Bisher ging das Bundesarbeitsgericht davon aus, das kurze Unterbrechungen des Arbeitsverhältnisses unschädlich für die Wartezeit sein können. Als Grenze galt jedoch bisher eine maximale Unterbrechung von 6 Wochen. Doch nicht allein die Dauer der Unterbrechung war entscheidend. Vielmehr musste auch ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammenhang zwischen den Beschäftigungen vorhanden sein, wobei die Anforderungen an diesen Zusammenhang im Verhältnis zur Dauer der Unterbrechung stiegen.

Nun hat das BAG mit seinem Urteil vom20.06.2013, Az.: 2 AZR 790/11, aber entschieden, dass auch längere Unterbrechungen für die Bemessung der Wartezeit unschädlich sein können, wenn sie branchentypisch sind. Beim zugrundeliegenden Fall ging es um einen Bauarbeiter, der zum 20 ...

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