Verfahrensvorbereitung in Wellness-Oase und Saunaclub? Der Mann kennt die ja ganze Akte auswendig, Donnerwetter!

Die erstmalige Inhaftierung ist für die meisten Menschen eine reichlich schockierende Erfahrung, die erst einmal verdaut werden muss. Zumeist beginnt der Knast in der Untersuchungshaft, die Betroffenen haben sich oft genug nicht mental auf die neue Situation einstellen können, weil die Festnahme und anschließende Inhaftierung überraschend erfolgt ist.

So ein “besonderes Gewaltverhältnis” hat es in sich, von jetzt auf gleich bist du in vielen Alltagsangelegenheiten quasi entmündigt, die bis dato ach so selbstverständlichen Freiheitsrechte sind auf ein Minimum reduziert. Als Häftling kannst du deinen Tagesablauf nicht mehr selbst planen, vom Wecken über die Mahlzeiten, den Freigang, das Duschen oder die Zuteilung von Arbeit ist alles reglementiert. Mannigfaltige Dinge außerhalb der Haftanstalt sind zu klären, wer da keine Hilfe von Freunden und Verwandten hat, ist ziemlich aufgeschmissen. Die sozialen Dienste der Haftanstalten können nur in begrenztem Umfang Hilfe leisten. Was geschieht mit der Wohnung? Wer sagt dem Arbeitgeber Bescheid? Muss ich jetzt kündigen oder wird mir gekündigt? Kann ich meine Versicherungen und andere Dauerschuldverhältnisse kündigen oder aussetzen? Wovon lebt meine Familie, wenn ich kein Geld mehr verdiene? Was mache ich mit meinem Auto, soll ich es verkaufen – wenn ja, wer macht das für mich? – oder warte ich lieber, bis ich absehen kann, wie lange die Untersuchungshaft dauert? Bin ich jetzt über die Anstalt krankenversichert? Fragen über Fragen, das dauert, sich einen Überblick zu verschaffen.

Hinzu kommt oft genug die Angst vor dem Verlust des Partners, hält die Beziehung die Haftsituation aus? Und dann natürlich die Ungewissheit, was aus dem Verfahren wird ...

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