EU-Vorhaben zur Produktsicherheit und „Made in Germany“: Viel Lärm um nichts?

Die EU-Kommission will (zumindest mittelbar) ein Heiligtum der deutschen Industrie antasten: Nach einem Normvorschlag sollen künftig alle in der EU produzierten Produkte entweder mit „Made in EU“ oder „Made in [Mitgliedsstaat]“ gekennzeichnet werden – was als relativ harmlose Idee begann, hat nun eine hitzige Debatte über Sinn und Unsinn des Labels entzündet. Aber wie schlimm steht es nun um „Made in Germany“? Ein Überblick.

Wie wirbt man richtig mit der Aussage "Made in Germany"?

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Kontaktieren Sie uns! „Made in Germany“ – eine kurze Geschichte

Tatsächlich ist bis heute nicht endgültig geklärt, was „Made in Germany“ tatsächlich bedeutet. Ursprünglich wurde die Bezeichnung 1887 in Großbritannien eingeführt, um den dortigen Markt vor billigen Imitaten aus dem Ausland zu schützen. Als sich dann jedoch herausstellte, dass ausgerechnet die deutschen Produkte von besonders hoher handwerklicher Qualität waren, wandelte sich die Bezeichnung nach und nach vom Billiglabel zum Gütesiegel. Hierzulande wurde allerdings nie reglementiert, wann und wie das Label vergeben werden darf; lediglich die Rechtsprechung hat immer wieder verschiedene Kriterien formuliert, die bei der Verwendung der Bezeichnung „Made in Germany“ zu beachten sind (zuletzt bspw. OLG Düsseldorf, Urt. v. 05.04.2011, Az. I-20 U 110/10).

Argumente kontra „Made in Germany“

Genau das sind letztlich auch die Hauptargumente, die immer wieder gegen „Made in Germany“ ins Feld geführt werden: Alter Zopf, zu schwammig, beliebig einsetzbar, Deutschtümelei, kein echtes Qualitätssiegel. In der Tat ist es auch tatsächlich versäumt worden, für das beliebte Label überhaupt einmal bindende Kriterien auszuformulieren – von der bereits erwähnten Rechtsprechung einmal abgesehen. So gesehen ist die Aussage, ein Produkt sei in Deutschland hergestellt worden, relativ dünn und auch nicht unbedingt ein Qualitätsausweis ...

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