Die Untersuchungshaft eines Schweizer Fußballfans

Besteht der Verdacht einer gefährlichen Körperverletzung, wird die Fluchtgefahr nicht durch einen festen Wohnsitz, die berufliche Stellung als Bankangestellter und familiäre Bindungen des Beschuldigten in der Schweiz beseitigt. Hat der Beschuldigte darüber hinaus durch einen Fluchtversuch und massiven gewaltsamen Widerstand bei der Festnahme gezeigt, dass er im Grunde nicht bereit ist, sich dem Strafverfahren in Deutschland zu stellen, ist die Anordnung der Untersuchungshaft gerechtfertigt.

So die Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm in dem hier vorliegenden Fall eines vermutlich der “Ultra – Szene” zuzurechnenden, einer gefährlichen Körperletzung dringend verdächtiger “Fußballfans”, der gegen die Anordnung der Untersuchungshaft Haftbeschwerde eingelegt hatte. Der Beschuldigte soll der “Ultra – Szene” des schweizerischen Fußballvereins Young Boys Bern angehören, die Kontakt zu Ultra – Gruppierungen des Wuppertaler SV unterhalten soll. Zwischen den Ultra – Szenen der beiden Vereine soll es Absprachen geben, nach denen man sich wechselseitig zu Derbys und brisanteren Spielen begleitet, wobei tätlichen Auseinandersetzungen mit gegnerischen Gruppierungen nicht ausgewichen werden soll. Aus Anlass des Fußballspiels Wuppertaler SV gegen Rot-Weiß-Essen soll sich der Beschuldigte am 10.05.2013 mit Anhängern des Wuppertaler SV am Essener Hauptbahnhof aufgehalten haben. Dort soll er einen Polizeibeamten, der einen Wuppertaler “Fan” nach einer Sachbeschädigung vorläufig festnehmen wollte, von hinten mit einer gefüllten Bierflasche gezielt auf dem Hinterkopf geschlagen haben, so dass diese zerbrach. Dabei soll der Beamte bewusstlos zu Boden gefallen und eine große Platzwunde erlitten haben ...

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