Veggieday

Letzte Woche brandete ja schon die erste Welle der Empörung hoch: Die Grünen wollen uns unser Fleisch verbieten. Sind denn Ökosteuer, Homoehe und Mülltrennung nicht genug? Natürlich nicht, denn die Menschen müssen sich gefälligst gesünder ernähren, finden die Ökos. Und weil das viele im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte nicht tun, muss der Staat das regeln und gesetzlich vorschreiben, was Wähler essen darf und wann. Einen Tag in der Woche muss der Wähler in der Kantine Grünzeug essen. Das gab es früher schon, ganz ohne Gesetz, dafür mit Gottesfurcht, jedenfalls in Süddeutschland als dort der Katholizismus noch vorherrschend war, aber nachdem die 68er Gott abgeschafft haben, braucht es jetzt eben ein Gesetz.

Dabei dürfte aber das wirkliche Entsetzen noch kommen, denn die Idee des Veggiedays dürfte, wie es in Deutschland üblich ist, noch einiges anderes mit sich bringen. Denn die grünen Weltverbesserer dürften sehr bald feststellen, dass die Menschen ob der staatlich verordneten Menükarte sich der paternalistischen Wohltaten nicht durchweg erfreuen, sondern, wie schon bei der Steuer, zu tricksen anfangen. Entweder lassen sie das Mittagessen am Veggieday ausfallen, oder sie gehen anderswo essen und nehmen verbotenerweise Fleisch zu sich. Auch der Kantinenbetreiber könnte tricksen und den Veggieday auf den Sonntag (auch ein Tag in der Woche!) legen, an dem die Kantine eh geschlossen ist, oder auf einen Wochentag, der statistisch oft mit Feiertagen belegt ist (in Süddeutschland empfiehlt sich vornehmlich der Donnerstag).

Insoweit dürfte klar sein: Das ganze muss natürlich nicht nur staatlich verordnet, sondern auch kontrolliert und durchgesetzt werden. Nachdem die kommunalen Ordnungsämter eh schon überlastet sind, dürfte sich ein Bundesamt für nachhaltige Ernährung (BANE) einrichten lassen, welches Außendienstmitarbeiter mit Polizeigewalt zur Kontrolle und Durchsetzung des Veggiedays einsetzen wird ...

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