Schwerer Raub, § 250 Absatz I Nr. 1b StGB

Zwei Männer überfallen mitten in der Nacht ein betagtes Ehepaar in ihrem Einfamilienhaus. Während der Ehemann im oberen Stockwerk schläft, sieht sich seine Ehefrau im Erdgeschoss mit den Angeklagten konfrontiert. Einer der Angeklagten fand Geld und Wertgegenstände und nahm diese an sich, während der andere der 78-jährigen fortlaufend Augen und Mund zuhielt. Die Angeklagten verlassen nacheinander das Haus der Eheleute. Irgendwann im Lauf des Geschehens „war die Geschädigte noch mit einem Schal und abgeschnittenen Trageriemen ihrer Handtasche an Händen und Füßen gefesselt worden" (BGH, Beschl. v. 12. 3. 2013 - 2 StR 583/12 (LG Aachen)).

Das Landgericht Aachen verurteilte die Angeklagten auf Grund der Fesselung des Opfers wegen schweren Raubes gem. §§ 249, 250 Absatz I Nr. 1?b StGB zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten.

„Zwar reichen ein Beisichführen und eine Verwendungsabsicht zu irgendeinem Zeitpunkt vom Ansetzen zur Tat bis zu deren Beendigung, mithin auch im Zeitraum zwischen Vollendung und Beendigung des Raubes .. ...

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