Massenmord in Kallmerode? – Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht

Ich muss zugeben, die thüringische Ortschaft Kallmerode mit ihren gut 600 Einwohnern war mir bis vor wenigen Monaten kein Begriff. Das Dorf gehört laut wikipedia zur Verwaltungsgemeinschaft Dingelstädt und liegt im Landkreis Eichsfeld. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 107 Einwohnern je Quadratkilometer, und die kämpfen dem äußeren Anschein nach seit einiger Zeit verzweifelt um ihr Leben.

Ich bin erstmals im Februar dieses Jahres auf Kallmerode aufmerksam geworden, weil damals ein interessantes Wirtschaftsstrafverfahren vor dem Landgericht Mühlhausen begonnen hat, und auf dem Weg dorthin kommt man durch das gar nicht so verschlafene Nest. Was Jedem, der das Örtchen durchquert, sofort ins Auge springt, sind die zahlreichen Protestplakate, die entlang der B 247 auf jedem dritten Grundstück (nein, genau gezählt habe ich das nicht!) aufgestellt sind, und die deuten auf Massenmord oder zumindest höchste Lebensgefahr für die Dorfbewohner hin. „An dieser Straße werden unsere Familien vergast!“, heißt es ganz martialisch auf einem vor einem Privathaus angebrachten Plakat. Zurückhaltender formuliert es eine große Tafel direkt am Ortseingang, wenn man von Mühlhausen kommt. „Vorsätzliche Körperverletzung durch Lärm, Feinstaub und Abgase!“ ist da zu lesen, „Tatort Wohn-Gulag Kallmerode“ steht darüber geschrieben. Es geht um eine seit Jahren geforderte Ortsumgehung, um den in der Tat oft dichten Fernverkehr aus der jetzigen Ortsdurchfahrt zu verbannen. Da sind wohl schon eine Menge Versprechungen gemacht und nicht gehalten worden, jedenfalls sehen das viele Anwohner so.

„Wo Recht zu Unrecht wird – wird Widerstand zur Pflicht“ artikuliert ein Protestler, und die Worte „Recht“ und „Unrecht“ sind mit roter Farbe untermalt.

Besonderen Zorn hat allem Anschein nach die CDU-geführte Landesregierung mit der Ministerpräsidentin Lieberknecht bei den Bewohnern auf sich gezogen, deren Partei ist jedenfalls Zielscheibe vielfältiger Beschimpfungen ...

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