Insolvenzveschleppungshaftung statt Schützenfest - vorsorgen für den 01.01.2014

Es geht darum, den Gesellschafter einer GmbH "aus dem Feuer" zu bringen, sprich seine persönliche Haftung zu vermeiden. Am Wochenende habe ich mich daher weniger dem örtlichen Schützenfest zugewandt, dafür aber umso mehr den Feinheiten der so genannten Insolvenzverschleppungshaftung, um ein wasserdichtes Konzept zu entwerfen. Ein sehr einfaches Beispiel soll verdeutlichen, worum es eigentlich geht: Bei der Gesellschaft ist - sagen wir wegen eines Forderungsausfalls - Überschuldung eingetreten, ohne dass der Geschäftsführer dies so recht bemerkt hat, weil Buchhaltung "nicht so seine Sache" ist. Da genügend liquide Mittel vorhanden sind, macht er „business as usual“ und zahlt Gehälter, Lohnsteuer, Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und tilgt im normalen Rahmen einen Kredit. Außerdem bittet er einen Kunden, eine offene Rechnung statt auf das im Haben geführte Konto bei S-Kasse auf das im Soll geführte Konto bei Y-Bank zu zahlen. Potentielle Haftungsfolge für den Geschäftsführer: Er muss sämtliche Zahlungen aus eigener Tasche an den späteren Insolvenzverwalter erstatten und "darf" den von ihm gezahlten Erstattungsbetrag zur Insolvenztabelle anmelden, bekommt also allenfalls eine Quote. Ausgangspunkt dieser Haftung ist § 64 GmbH Gesetz, der bestimmt, dass die Geschäftsführer der Gesellschaft zum Ersatz von Zahlungen verpflichtet sind, die nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft oder nach Feststellung ihrer Überschuldung geleistet werden. Diese Vorschrift ist schon weder dogmatisch noch in der Anwendung besonders einfach. Noch schwieriger wird das Ganze aber, weil der Gesetzgeber gelegentlich die Definition der Überschuldung ändert - gerne auch kurzfristig. Bis zum 17.10.2008 hieß es in § 19 Abs. 2 der Insolvenzordnung (InsO):
"Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt ...
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