Hilferuf des Pflegepersonals in Kinderklink: 05-08-13

Zur Prüfung der schriftlichen Vorwürfe hat, wie die SZ berichtete, inzwischen der Leiter der Kinder-Uniklinik Lübeck, Egbert Herting, mit einer Prüfung begonnen. Unter anderem wird dem Chefarzt in einer schriftlichen Stellungnahme des Pflegeteams vorgeworfen, einem Frühchen einen Einlauf verabreicht zu haben, wodurch es zu einer Darmperforation gekommen sei. Es sei auch zu Todesfällen gekommen. Die Staatsanwaltschaft sei informiert, wolle aber den Bericht von Herting abwarten.

Der Chefarzt gibt in einer Klinik die grundsätzliche Behandlungsweise vor. In Visiten wird der Behandlungsverlauf mit den behandelnden Stationsärzten abgesprochen. Der Chefarzt hat bezüglich des Ob und Wie der Behandlung ein arbeitsrechtliches Weisungsrecht.

Zugleich sind die Stationsärzte und Pfleger verpflichtet, diese Weisungen auszuführen. Das Weisungsrecht endet dort, wo die Ausführung der Weisung zu einem Verstoß gegen gesetzliche Gebote führt. Gibt nun der Chefarzt Weisungen, die aus Sicht des Personals die Gesundheit der Patienten gefährden, so steckt das Personal in einem Dilemma.

Das Pflegeteam kann ja dem Chefarzt nicht einfach sagen, was er aus Sicht des Teams falsch gemacht haben soll. Diese Vorwürfe würde der Chefarzt wohl bereits unter Hinweis auf seine besondere medizinische Expertise zurückweisen.

Und eine schlichte Offenbarung der Vorgänge, z.B. gegenüber der Staatsanwaltschaft, verstößt unter Umständen gegen die Verschwiegenheitsplicht des Arbeitnehmers sowie gegen die Verpflichtung zur Vertragstreue. Ein solches Durchstechen würde auch das Betriebsklima zerstören ...

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