Strafrecht – Versuch eines Tötungsdelikts – Wann liegt ein unbeendeter, wann ein beendeter Versuch vor – Voraussetzungen für strafbefreienden Rücktritt?

Nach ständiger Rechtsprechung kommt es für die Abgrenzung zwischen fehlgeschlagenen, unbeendetem und beendetem Versuch auf das Vorstellungsbild des Täters nach Abschluss der letzten von ihm vorgenommenen Ausführungshandlung an (sogenannter Rücktrittshorizont).

Bei einem Tötungsversuch liegt demnach ein beendeter Versuch vor, wenn der Täter, nach seinem Kenntnisstand, nach der letzten Ausführungshandlung, den Eintritt des Todes als Folge seines Tuns für möglich hält oder sich - namentlich nach besonders schweren Gewalthandlungen, die zu schweren Verletzungen geführt haben - keine Vorstellungen über die Folgen seines Handelns macht.

Dagegen ist ein unbeendeter Versuch anzunehmen, wenn der Täter nach der letzten Ausführungshandlung nach seinem Kenntnisstand noch nicht mit dem Eintritt des Todes rechnet, seine Herbeiführung aber aus seiner Sicht weiterhin für möglich hält.

Darauf hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit Urteil vom 28.05 ...

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