LG München I und die Prangerwirkung des Internets: Anonyme Rechtsverletzungen dürfen anonym bleiben

Was im Mittelalter der Pranger war, ist heutzutage das Internet. Während man im Mittelalter nach der Erfahrung am Pranger “geteert und gefedert“ zumindest noch die Stadt verlassen konnte, um das Geschehene hinter sich zu lassen und neu anzufangen, ist dies im Zeitalter des Internets und der diesbezüglichen Prangerwirkung nicht mehr möglich.

Rechtsverletzende Wirkung im Internet gravierender als der mittelalterliche Pranger

Das Internet vergisst nicht und ist omnipräsent. Diese Eindrücke schildern uns immer wieder betroffene Mandanten, die im Internet beleidigt und diffamiert werden. Die Rechtsverletzungen betreffen auf dieser sehr weiten Spannbreite sowohl Privatpersonen, die in Foren oder in sozialen Netzwerken wie Facebook übelst beleidigt, verunglimpft oder durch Preisgabe privater und teilweise sehr intimer Geheimnisse in ihrem Persönlichkeitsrechts verletzt werden.

Betroffen sind aber häufig auch Unternehmen, die in ihrer sozialen Reputation angegriffen werden. Eine Verletzung des Unternehmenspersönlichkeitsrechts hat für Unternehmen aufgrund der großen Strahlwirkung des Internets oftmals eklantante Folgen. Das Vertrauen potenzieller Vertragspartner wird in vielen Fällen durch haltlose Behauptungen erschüttert, welche aufgrund der Dynamik von sozialen Netzwerken wie Facebook oftmals sogar in einem Shitstorm gegen das betroffene Unternehmen enden.

Soweit ein Angriff mit offenem Visier geführt wird und der Angreifer sich dementsprechend zu erkennen gibt, ist es grundsätzlich möglich sich sachlich und auf Augenhöhe mit ihm auseinander zu setzen. Die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe ist dann immer in den Fällen erforderlich, in denen eine solch sachliche Debatte mit offenem Visier nicht mehr möglich ist, weil falsche Tatsachen behauptet werden oder beleidigt wird ...

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