OLG erteilt dem gemalten Testament eine Absage

Das OLG Frankfurt am Main hat mit Beschluss vom 11. Februar 2013 (Az: 20 W 542/11) entschieden, dass ein Pfeildiagramm den Voraussetzungen eines eigenhändigen Testamentes nach § 2247 Abs. 1 BGB nicht genügt.

Der Erblasser hatte ein Testament errichtet, in dem er seine Verfügungen zum Teil in Wort und Schrift niedergelegt und zum Teil durch ein Pfeildiagramm grafisch dargestellt hatte. Im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen die Ablehnung eines Erbscheinantrages der Ehefrau des Erblassers gab das OLG Frankfurt der Ehefrau Recht und entschied, dass das Testament formungültig sei.

Zur Begründung führte das OLG Frankfurt aus, die Formvorschrift des § 2247 Abs. 1 BGB verfolge zwei Zwecke. Zum einen solle durch die eigenhändige handschriftliche Errichtung die Echtheit der Erklärung verbürgt werden. Zum anderen soll die schriftliche Niederlegung einen gesteigerten Überlegungs- und Übereilungsschutz gewährleisten. Diese Voraussetzungen seien weiterhin eng auszulegen.

Die Errichtung eines Testaments durch Pfeildiagramme genüge diesen Anforderungen indes nicht. Soweit die Gewähr der Echtheit betroffen sei, könne eine solche grafische Darstellung mittels Sachverständigengutachten nicht wie eine in Worten handschriftlich niedergelegte Verfügung dem Erblasser mit Gewissheit zugeordnet werden ...

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