Wenn einmal der Wurm drin steckt…

Seit nunmehr vier Verhandlungstagen versuchen wir ernsthaft, in einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht Mönchengladbach mit der Beweisaufnahme zu beginnen. Beim ersten Mal platzte der Prozess unter anderem deshalb, weil die Akten nicht vollständig waren. Außerdem war der psychiatrische Sachverständige nicht erschienen. Im zweiten Anlauf gab es Verzögerungen, weil einer meiner Mitverteidiger erfahren hatte, dass der Sachverständige Strafanzeige gegen ihn wegen eines angeblichen Urheberrechtsverstoßes durch Weitergabe seines Gutachtens erstattet hatte. Da musste dann erst einmal der Text der Strafanzeige besorgt werden, dann gab es eine Unterbrechung, die in einen Befangenheitsantrag einmündete. Am dritten Verhandlungstag wurde erneut über den Befangenheitsantrag verhandelt, der schließlich zur nicht geringen Überraschung der Verteidigung abgelehnt wurde. Dann hörten wir die Therapeutin der Hauptbelastungszeugin ausführlich zu der Frage, inwieweit deren Patientin mit schweren gesundheitlichen Folgen zu rechnen habe, wenn sie in Anwesenheit der Angeklagten aussagen müsste. Die dem Verfahren als Nebenklägerin beigetretene Zeugin hatte nämlich über ihren Prozessbevollmächtigen beantragt, den Angeklagten gem. § 247 StPO während ihrer Vernehmung aus dem Sitzungssaal zu entfernen. Nicht unerwartet hat die Therapeutin die schwere gesundheitliche Gefahr für die Zeugin, eine erfahrene Kriminalhauptkommissarin, bejaht.

Gestern sollte dann endlich mit der Vernehmung der Hauptbelastungszeugin begonnen werden. Mit dem Gericht war abgesprochen, dass der Angeklagte im Falle seiner Entfernung aus der Sitzung die Vernehmung per Videoübertragung verfolgen könnte. Da gab es dann aber technische Probleme, weil die neue Videoübertragungsanlage noch nicht fertig installiert war und die alte ausgerechnet am Tag zuvor abgeschaltet worden war. Die neue Anlage soll erst am 3. August funktionsbereit sein ...

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