Unfallversicherungsschutz für pflegende Angehörige beim Geldabheben

Wollen pflegende Angehörige für den Pflegebedürftigen notwendige Einkäufe vornehmen und am Bankautomat dafür Geld abheben, stehen sie unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Gang zum EC-Automat ist als vorbereitende Handlung für die hauswirtschaftliche Tätigkeit des Einkaufens anzusehen, entschied das Bayerische Landessozialgericht (LSG) in München in einem am Freitag, 19.07.2013, veröffentlichten Urteil (AZ: L 2 U 516/11). Bei einem Sturz könne daher ein Arbeits- und Wegeunfall vorliegen.

Konkret ging es um die Schwiegertochter einer schwer pflegebedürftigen Frau aus dem Raum Augsburg. Die Schwiegertochter pflegte die alte Frau bei sich Zuhause und erledigte zudem auch ihre Einkäufe. So wollte sie am 09.12.2010 Reinigungsmittel und notwendige Inkontinenzvorlagen kaufen. Dazu sollte sie im Auftrag der Pflegebedürftigen 200,00 € abheben. 100,00 € waren für die Einkäufe bestimmt, der Rest sollte der Sohn als Geburtstagsgeschenk erhalten.

Doch die Schwiegertochter kam nicht mehr zum Einkaufen. Auf dem Weg zum Bankautomaten stürzte sie auf spiegelglatter Eisfläche. Dabei verstauchte sie sich ihre Halswirbelsäule und erlitt eine Prellung an der Lendenwirbelsäule. Den Sturz wollte sie von der gesetzlichen Unfallversicherung als Arbeitsunfall anerkannt haben.

Doch der Unfallversicherungsträger weigerte sich. Das Besorgen von Geld sei keine versicherte Tätigkeit.

Das LSG entschied in seinem Urteil vom 27.03.2013, dass hier ein Arbeitsunfall vorliegt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK