Offener E-Mail-Verteiler – Datenschutzbehörde verhängt Bußgeld

Was immer wieder in Unternehmen passiert, wurde einer Mitarbeiterin zum Verhängnis: Sie versandte per E-Mail eine kurze Nachricht an einen großen Kundenkreis, wobei der E-Mail-Verteiler fast 10 Seiten umfasste – und für jeden Empfänger sämtliche Mail-Adressen sichtbar waren. Da sämtliche E-Mail-Adressen unter „An“ eingetragen waren, konnte jeder Adressat von den anderen Empfängern Kenntnis nehmen…

1. Der Fall

Das Problem: Der von der Mitarbeiterin verwendete E-Mail-Verteiler bestand aus E-Mail-Adressen, die vorwiegend die Vor- und Nachnamen von Personen zeigten, was ohne die erforderliche Einwilligung der Betroffenen einen Verstoß gegen das Datenschutzrecht darstellt.

Denn bei einer E-Mail-Adresse handelt es sich um ein so genanntes personenbezogenes Datum im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes (§ 3 Abs.1 BDSG). Eine Weiterleitung an Dritte ist nur dann zulässig, wenn zuvor eine Einwilligung abgegeben wurde oder eine gesetzliche Grundlage besteht.

In dem vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) geprüften Fall lagen diese Voraussetzungen nicht vor.

Wegen des Verstoßes gegen den Datenschutz verhängte die Behörde ein Bußgeld gegen die Mitarbeiterin. Hinweis: Die Datenschutzbehörde hat angekündigt, in einem vergleichbaren Fall in Kürze einen Bußgeldbescheid nicht gegen den konkreten Mitarbeiter, der die E-Mail mit offenem Verteiler versandt hat, zu erlassen, sondern gegen die Unternehmensleitung ...

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