Nächtlicher Verteidigereinsatz und die rüden Methoden des SEK

Gegen 21 Uhr bin ich gestern Abend zum Polizeipräsidium in Mönchengladbach gefahren, weil ein durch ein Sondereinsatzkommando der Polizei festgenommener junger Mann nach einem Anwalt verlangt hatte. Es geht um den Vorwurf des Drogenhandels, eine möglicherweise recht opulente Strafsache mit kompliziertem Hintergrund. Ziemlich humpelnd und mit einer Beinschiene versehen wurde der stabil gebaute Beschuldigte vom Vernehmungszimmer zum Polizeigewahrsam gebracht, wo ich mit ihm sprechen konnte. Um kurz vor 16 Uhr waren der Mandant und zwei weitere junge Männer, einer davon erst 17 Jahre alt, von einem Sondereinsatzkommando der Polizei (SEK) am Geroweiher in Mönchengladbach festgenommen worden, wobei die angewandten Methoden nicht gerade zimperlich gewesen sein dürften. So etwa 10 Polizeibeamte seien auf ihr Auto zugestürmt, wurde mir berichtet, die Türscheiben seien eingeschlagen worden und mit reichlich roher Gewalt seien sie aus dem Auto gezerrt worden. Die Hände seien ihnen mit Kabelbindern auf dem Rücken gefesselt worden, man habe sie bäuchlings auf den Boden geworfen. Von einem mit der Sache befassten Polizeibeamten habe ich gehört, dass der Verdacht bestanden hätte, dass die jungen Männer bewaffnet sein könnten, deshalb sei auch der SEK-Einsatz erfolgt. Tatsächlich seien dann aber keine Waffen, sondern nur ein gutes Kilo Marihuana gefunden worden.

So weit, so nachvollziehbar. Was dann aber nach Angaben meines Mandanten folgte, ist – wenn es auch nur ansatzweise zutreffen sollte – nicht mehr akzeptabel. Man habe ihnen am Boden liegend die T-Shirts über den Kopf gezogen, so dass sie nichts mehr sehen konnten ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK