Krankgeschrieben beim Bewerbungsgespräch

Welcher Arbeitgeber würde sich da nicht hintergangen fühlen? Es kommt heraus, dass der Arbeitnehmer während einer Krankschreibung ein Bewerbungsgespräch wahrgenommen hat. Da scheint eine Kündigung auf den ersten Blick auch gerechtfertigt zu sein.

Anders urteilte jedoch das LAG Mecklenburg-Vorpommern (Entscheidung vom 5. März 2013 – 5 Sa 106/12). Für dieses Ergebnis waren jedoch die konkreten Umstände des Falles von besonderer Bedeutung: Der später Gekündigte war als Abteilungsleiter im Sanitätsfachhandel tätig. Seiner Krankschreibung lag eine Bewegungsunfähigkeit des rechten Armes infolge einer Nerveinklemmung zugrunde. Der Arzt hatte nur angeraten, den Arm nicht zu belasten.

Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung des BAG (siehe etwa: BAG, Urteil vom 2. März 2006 – 2 AZR 53/05) hat ein arbeitsunfähig erkrankter Arbeitnehmer je nach vorliegender Krankheit zwar durch sein eigenes Verhalten dafür Sorge zu tragen, dass er die Phase der Arbeitsunfähigkeit möglichst zügig überwindet.

Daraus könne nach Ansicht des LAG aber gerade keine pauschale Pflicht abgeleitet werden, während der gesamten Ausfallzeit das Bett zu hüten. Es müsse vielmehr ein genesungswidriges Verhalten festzustellen sein, das der Pflicht zur angemessenen Schonung zuwiderläuft ...

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