Selbstverpflegung im Urlaub – und nur ein Minimarkt

Befindet sich an einem Urlaubsort lediglich ein Minimarkt mit einem sehr eingeschränkten Warenangebot, so ist dieser nicht geeignet, die Verpflegung über insgesamt 14 Tage in zumutbarer Art und Weise zu ermöglichen. Er ist nicht mit Supermärkten oder Einkaufsmöglichkeiten in einem Ort vergleichbar. Darüber hinaus berechtigt eine Unterkunft, die mindestens 250 Meter vom Strand entfernt ist, zu einer Reisepreisminderung, wenn eine direkte Strandlage gebucht worden ist.

Mit dieser Begründung hat das Amstgericht München in dem hier vorliegenden Fall der Klage einer Mutter stattgegeben, die von ihrem Reiseunternehmen einen Teil der Reisekosten zurückverlangt hat. Sie hatte für sich und ihre zwei Töchter im August 2010 ein Appartement auf der Insel Korfu gebucht. Sie bezahlte für 2 Wochen 2008 Euro. Sie gab bei der Buchung an, dass unbedingte Voraussetzung für ihre Reise eine direkte Strandlage der Unterkunft sowie nahegelegene Einkaufsmöglichkeiten sei. Vor Ort bekam sie eine andere Wohnung zugewiesen, die mindestens 250 Meter vom Strand entfernt lag. Darüber hinaus befand sich in der Nähe dieser Unterkunft nur ein Minimarkt. Die Reisende bemängelte sofort die geänderte Unterbringung. Als keine Abhilfe erfolgte, zog sie in diese ein. Sie ging allerdings in der Folgezeit mit ihren Töchtern mehrfach zum Essen. Nach Rückkehr aus dem Urlaub begehrte sie die Rückzahlung eines Teils der Reisekosten, da das ursprüngliche Appartement nicht zur Verfügung gestanden, das neue nicht am Strand gelegen habe und machte auch einen Teil der Verpflegungskosten geltend. Das Reiseunternehmen weigerte sich zu bezahlen. Ein Minimarkt sei ausreichend, um sich selbst zu versorgen ...

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