BGH: Urheberschutz für Pippi Langstrumpf als literarische Figur?

Was war passiert? Eine große Einzelhandelskette verwendete zur Bewerbung von Karnevalskostümen in ihren Verkaufsprospekten deutschlandweit die Fotografien eines jungen Mädchens und einer jungen Frau, die als Pippi Langstrumpf verkleidet waren. Sowohl das Mädchen als auch die junge Frau trugen eine rote Perücke mit abstehenden Zöpfen und ein T-Shirt sowie Strümpfe mit einem roten und grünen Ringelmuster. Neben den Bildern der verkleideten Damen waren in der Werbung auch Bilder der beworbenen Pippi Langstrumpf Kostüme abgebildet, von denen die Einzelhandelskette insgesamt mehr als 15.000 Stück verkaufte. Den Namen „Pippi Langstrumpf“ verwendete die Handelskette dabei nicht.

Die Inhaberin der urheberrechtlichen Nutzungsrechte am künstlerischen Schaffen von Astrid Lindgren mahnte die Einzelhandelskette ab und verlangte Unterlassung und Schadensersatz, da die Kette nach ihrer Auffassung durch die Veröffentlichung der Bilder die urheberrechtlichen Nutzungsrechte an der literarischen Figur "Pippi Langstrumpf" verletzt habe. Als Ausgleich für die Verletzung forderte Sie einen Schadensersatz in der Form einer Lizenzgebühr in der Höhe von EUR 50.000,00.

Sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht Köln verurteilte den Einzelhändler zur Zahlung dieser Lizenzgebühr an die Nutzungsrechtsinhaberin. Die Vordergerichte waren der Meinung, dass es sich bei der Werbung für Pippi Langstrumpfkostüme um eine sog. unfreie Bearbeitung des literarischen Figur Astrid Lindgrens handele, für welche der Einzelhändler eine Genehmigung der Rechteinhaberin benötigt hätte.

Wie entschied der BGH? Mit Urteil vom 17. Juli 2013 – Az ...

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