Ton, Steine, Scherben und die RAF

Dieser Beitrag wurde von Elisabeth Löser im Rahmen des Seminars “Sound of da Police – Zeitgenössische Musik im Kontext von Kriminalität, Kriminalitätskontrolle und Strafjustiz” im Sommersemester 2013 an der Universität Hamburg verfasst.

In Augsburg, in München, Frankfurt, Saarbrücken, es sind überall dieselben, die uns unterdrücken. In jeder Stadt und in jedem Land, mach ne Faust aus deiner Hand. Mach ne Faust aus deiner Hand. Keine Macht für Niemand! Keine Macht für Niemand! Ton, Steine, Scherben: Keine Macht für Niemand

Anfänge und Gründung der Band

„Keine Macht für Niemand“, eine Parole, die bis heute nicht an Wirkung verloren hat. Das obige Zitat stammt aus dem gleichnamigen Song der Band Ton, Steine, Scherben. Eine Band, deren Name als musikalische Untermalung der 68er Studentenrevolte gilt, obwohl sie sich erst 1970 aus der Coverband De Galaxis gründete. Ihr Markenzeichen sind radikale und aus heutiger Sicht möglicherweise plakativ erscheinende Texte.

Ihren Anfang fand die Band in den Berliner Theaterprojekten „Hoffmanns Comic Theater“ und „Rote Steine“. Beide Projekte hatten zum Ziel, die herkömmliche Rolle der Kunst durch einen avantgardistisch-partizipatorischen und gegenkulturellen Ansatz aufzubrechen.1 Als moderne Besonderheit dieser beiden Projekte galt die Begleitung durch eine Band, welche die Szenen am Ende noch einmal musikalisch zusammenfasste.2 Dort trafen Ralph Peter Streitz (Künstlername R.P.S. Lanrue) und Ralph Möbius (besser bekannt als Rio Reiser) auf ihre zukünftigen Bandkollegen Kai Sichtermann und Wolfgang Seidel.

Entwickelt aus einem Brainstorming aus dem Namen „VEB Ton, Steine, Scherben“, der an die sozialistische Industriegewerkschaft „VEB Bau Steine Erden“ angelehnt war, fiel schließlich die Entscheidung für den Namen „Ton, Steine, Scherben“ ...

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Ton Steine Scherben Drummer zerstört Tisch in Talkshow

Die Mikrophone brauche ich für Leute, die in Jugendstrafanstalten sitzen. Mehr Infos: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/zeitwort/-/id=4129350/property=download/nid=660694/ag5a69/swr2-zeitwort-20081203.pdf


Ton Steine Scherben - Feierabend

www.sozialismus.info Acht Stunden Arbeit sind vorbei, es sieht ganz so aus, als wärst du frei. Kannst dich vollaufen lassen, kannst ins Kino gehen. Und du kannst dein Geld im Puff ausgeben. Es ist Feierabend und die Arbeit ist vorbei, rück den Kies raus, Junge, und du bist dabei. Hast 'ne Pause verdient, aber mehr auch nicht. Morgen gehts weiter, warte nicht. Spring mitten rein ins süße Leben, du brauchst dein Geld nicht der Heilsarmee geben. Es ist Feierabend und die Arbeit ist vorbei, heut ist Tanz auf dem Vulkan und du bist dabei. Besuch doch heute Abend deinen Chef und fahr mit seinem Mercedes weg. Gib ihm doch endlich seinen Lohn, mach dich auf die Socken, er wartet schon. Es ist Zahltag, Junge, und die Arbeit ist vorbei. Tu, was du tun willst und du bist frei. Frei!


Ton Steine Scherben - Paul Panzers Blues

www.sozialismus.info Komm ich abends nach Hause zu meiner Braut. Bißchen was zu fressen, hab ich bei Karstadt geklaut. Und ich sag zu ihr: "Puppe, ich bin heut so geil." Und sie sagt: "Macht nix, Junge, schalt den Fernseher ein!" Dann bin ich echt fertig und was ich steh'n hab, laß ich stehn. Den Abend, den kannst mich nur noch in einer Kneipe rumhängen seh'n. Da sauf ich mich voll und wichst mich einer an, kriegt er paar auf's Maul, solange ich kann. Und von dem ganzen Fussel penn ich zum Schluß ein, der Wirt weckt mich um Fünf und quatscht: "Arbeit, Junge, muß sein!" Ich geh unheimlich gerne auf den Rummelplatz, ich steh auf Trubel und ich steh auf den ganzen Krach. Ich fahr paar Stunden lang mit der Achterbahn und schau mir die schöne Scheiße mal von oben an. Am Autoscooter fahr ich nen dicken Wagen. Ich fahr das ganze Jahr nur Mofa, jetzt kann ich auch mal jagen. Und an der Losbude hoff ich immer noch auf's große Los. Ich zieh nur Nieten, warum machste die Scheiße bloß. Aber an der Schießbude stehen, mit ner Knarre in der Hand, da träum ich, ich knall alle Schweine ab, denn uns, UNS gehört das Land! Am Montag morgen in der Hafenstraße, da saufe ich mir ein an und dann hol ich mir ne Waffe. Da schnapp ich mir nen Knüppel und dann fackel ich nicht lang und geht zum Chef auf's Büro und zieh die Krücke blank. Und wenn er dann winselt: "Verlaßen sie mein Haus!" Dann soll er sein Mittagessen lutschen, ich schlag ihm paar Zähne raus. Ich schrei: "Du Drecksau, gehst jetzt arbeiten für meinen Lohn! Ab marsch in die Kolone, die anderen, die warten schon. Der Laden gehört jetzt uns allen, nicht mehr dir allein. Dein Wichserjob ist aus, wir mästen dich nicht mehr, die fettes Schwein."


Ton Steine Scherben 1970 - 1.TV Auftritt

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