Die frisch gewischte Treppe

Ein Reinigungsunternehmen muss zur Wahrung seiner Verkehrssicherungspflichten bei seiner Arbeit nur vor Gefahren warnen, die ein sorgfältiger Benutzer nicht ohne entsprechenden Hinweis erkennen kann. Wenn ein herbeigerufener Sanitäter, der sich vorrangig um einen Verletzten kümmern muss, sofort Feuchtigkeit auf dem Boden vor einer Treppe bemerkt, muss dies erst recht für einen sorgfältigen Benutzer gelten, so dass in dem Fall keine Sicherungspflicht verletzt worden ist.

Mit dieser Begründung hat das Landgericht Coburg in dem hier vorliegenden Fall einer Klägerin, die von einem Reinigungsunternehmen Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangte, weil sie auf einer frisch gewischten Treppe an ihrem Arbeitsplatz gestürzt war, kein Geld zugesprochen. Die Klägerin gab an, im November 2008 in einem Betriebsgebäude ihres Arbeitgebers auf einer frisch gewischten Treppe gestürzt zu sein. Sie erlitt einen Trümmerbruch des linken Handgelenks und verschiedene Prellungen. Warnschilder mit dem Hinweis auf frisch gewischte Böden waren nicht aufgestellt. Die Klägerin wollte deshalb vom Reinigungsunternehmen 10.000,00 Euro Schmerzensgeld. Daneben sollte festgestellt werden, dass das Reinigungsunternehmen ihr alle Schäden aus dem Unfall zu bezahlen hat. Die Klägerin erklärte, dass sie erst nach dem Sturz erkannt habe, dass die Treppe feucht gewischt worden sei. Ihr Sturz sei auf fehlende Hinweisschilder zurückzuführen. Das beklagte Reinigungsunternehmen verteidigte sich damit, dass es mit Putzmitteln arbeite, die für eine besonders schnelle Trocknung sorgten. Im Übrigen sei auch ohne Warnschilder leicht erkennbar gewesen, dass die Treppe feucht gewischt worden war ...

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