2C_1054/2012: Vertrieb von Tickets im Hallenstadion Zürich (amtl. Publ.)

Mit Urteil vom 5. Juni 2013 (BGE 2C_1054/2012) hat sich das Bundesgericht erstmals zu bestimmten Aspekten der Beschwerdebefugnis von Konkurrenten im Kartellverwaltungsverfahren geäussert. Zu entscheiden war insbesondere die Frage, ob das Kartellgesetz die Konkurrenten untereinander in eine schutzwürdige besondere Beziehungsnähe versetzt, welche die Konkurrenten allenfalls im Sinne von Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde berechtigt. Hintergrund des Beschwerdeverfahrens war die Untersuchung der Wettbewerbskommission (WEKO) zum Ticketvertrieb im Hallenstadion Zürich (RPW 2012/1, S. 74 ff.). Die WEKO hatte in der Untersuchung gegen die Aktiengesellschaft Hallenstadion Zürich (AGH) sowie Ticketcorner AG zwei Aspekte des Ticketvertriebs geprüft: Erstens untersuchte die WEKO, ob die AGH über eine marktbeherrschende Stellung verfügt und diese mittels einer Klausel in den AGB für die Benützung des Hallenstadions missbraucht hatte. Die fragliche Klausel verpflichtet die Veranstalter, der AGH ein Kontingent von mindestens 50 Prozent der Ticktes aus sämtlichen Kategorien zu Standardkonditionen in Konsignation zur Verfügung zu stellen. Zweitens untersuchte die WEKO, ob eine Kooperationsvereinbarung zwischen der AGH und Ticketcorner, wonach mindestens 50 Prozent aller Tickets für Veranstaltungen im Hallenstadion über Ticketcorner vertrieben werden. Die Untersuchung der WEKO ergab, dass Veranstalter zwar die Möglichkeit gehabt hätten, Tickets auch über andere Unternehmen zu vertrieben, davon aber regelmässig absahen. Dennoch kam die WEKO zum Schluss, dass AGH über keine marktbeherrschende Stellung verfügt und die Kooperationsvereinbarung zwischen AGH und Ticketcorner auch keine unzulässige Wettbewerbsabrede im Sinne von Art. 5 KG darstellt. In Konsequenz dessen hat die WEKO die Untersuchung mit Verfügung vom 14. November 2011 eingestellt (siehe hier) ...Zum vollständigen Artikel

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