Hemmung der Verjährung aus familiären und ähnlichen Gründen

Ansprüche eines durch einen Verkehrsunfall Geschädigten gegenüber dem Schadensverursacher und dessen Haftpflichtversicherung verjähren normalerweise nach drei Jahren. Es gibt jedoch eine Ausnahmeregelung, die die Verjährung aus familiären und ähnlichen Gründen hemmt (§207 BGB). Das Gesetz berücksichtigt die besondere Beziehung von Familienmitgliedern untereinander.

Sandra Deller, Rechtsanwältin

Herr F. ist mit dem Auto unterwegs, seine Frau sitzt auf dem Beifahrersitz, die 16-jährige Tochter auf dem Rücksitz. Es kommt zu einem Unfall, den Herr F. verschuldet und bei dem alle Insassen zum Teil schwer verletzt werden. Die Ehefrau und das Kind können in diesem Fall Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gegenüber Herrn F. geltend machen, auf die beide jedoch aufgrund der familiären Verhältnisse verzichten. Vier Jahre später möchte die Tochter in eine eigene Wohnung ziehen und benötigt hierfür Geld. Da fällt ihr ein, dass sie ja aus dem Unfall noch Ansprüche gegen ihren Vater hatte, und macht sie geltend. Der jedoch wendet ein, dass die Ansprüche, sollten sie tatsächlich bestehen, bereits verjährt seien.

Grundsätzlich ist es so, dass Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld nach drei Jahren verjähren, falls der Geschädigte sie nicht geltend macht ...

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