„Rechtsrock-Saison“ in Thüringen – Musik als Mittel politischer Agitation

Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Seminars “Sound of da Police – Zeitgenössische Musik im Kontext von Kriminalität, Kriminalitätskontrolle und Strafjustiz” im Sommersemester 2013 an der Universität Hamburg verfasst.

Musik gilt als wirkmächtiges Medium. Neben weiteren wird ihr unter anderem eine identitäts- und gemeinschaftsstiftende Funktion zugeschrieben. Dies macht Musik auch für politische Akteur_innen attraktiv. Insbesondere im Zusammenhang mit der neonazistischen Szene soll Musik eine zentrale Rolle bei der Politisierung und Rekrutierung Jugendlicher und junger Erwachsener einnehmen1. Auch die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) hat dies scheinbar erkannt und versucht Musik für ihre Zwecke einzusetzen, wie die Initiation von Liedermacher-Abenden, Familienfesten, Rechtsrockkonzerten oder der sogenannten „Schulhof-CD“ nahe legen.

Der im Jahr 1993 verstorbene Ian Stuart Donaldson, Sänger der Band „Skrewdriver“, Koryphäe der Rechtsrockszene und Begründer des extrem rechten Musiknetzwerkes „Blood and Honour“ erklärte: „Musik ist das ideale Mittel, Jugendlichen den Nationalsozialismus näher zu bringen. Besser als dies in politischen Veranstaltungen gemacht werden kann, kann damit Ideologie transportiert werden“2.

Dieser Blogbeitrag stellt einen Versuch dar, anhand der rechten Festival-Saison in Thüringen, exemplarisch das Konzept und die Funktionalität des Zusammenspiels von politischer Agitation und Musik, sowie die Verbindungen in das militante Neonazi-Spektrum aufzuzeigen.

Neonazi-Festivals in Thüringen

In Thüringen konnte die NPD innerhalb des letzten Jahrzehnts eine bundesweit einmalige Neonazi-Festival-Saison etablieren3. Seit 2002 beziehungsweise 2003 finden im Juni und Juli jährlich der „Thüringentag der nationalen Jugend“ in wechselnden Kleinstädten des Bundeslandes und das „Rock für Deutschland“ in Gera statt ...

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    spiegel.de - 8 Leser - André K. ist einer der führenden Neonazis Thüringens. Er gehörte wie das Zwickauer Terror-Trio zur "Kameradschaft Jena", ist als einziger der Gruppe noch auf freiem Fuß. Der Aufstieg des dumpfen Kraftprotzes ohne besonderes Talent zeigt, wie man sich in der braunen Szene unentbehrlich macht.

  • Hinweise auf laufendem Band

    neues-deutschland.de - 10 Leser - Vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages ging es am späten Donnerstagabend um die sogenannten Heise-Bänder. Nach den dabei enthüllten Pannen sollte man die Abkürzung des Bundeskriminalamtes - BKA - besser so definieren: Behördlich Komplett Ahnungslos.

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