Tanken ohne zu zahlen - ein beliebter "Volkssport"? Und welcher Straftatbestand wird da eigentlich erfüllt?

Nach einer gestern veröffentlichten Studie von Auto.de soll es durch Selbstbedienungstanken ohne zu zahlen zu weit höheren Schäden kommen als nach der Polizeistatistik anzunehmen sei, nämlich ca. 30 Millionen Euro im Jahr. Es liege ein großes Dunkelfeld vor, da viele Tankstellenpächter auf Strafanzeige verzichteten, weil sie nicht über eine Videoüberwachung verfügen, die eine Identifizierung des Fahrzeughalters ermöglicht. So sei eine Strafanzeige aussichtslos und sie unterbleibe. Allerdings beruht die hohe Anzahl solcher Delikte im Dunkelfeld auf einer Schätzung des Verbands der Tankstellenpächter, nicht auf empirischer Forschung.

Polizeistatistisch gebe es jedenfalls einen „Trend“ zu immer häufigerem deliktischen Gratistanken:

"Noch nie haben in Deutschland so viele Menschen ihr Fahrzeug betankt und vorsätzlich nicht gezahlt wie 2012. Hier setzt sich ein Trend fort. Von 2011 zu 2012 stieg die Anzahl der Betrugsdelikte um 5,5%. Von 2010 zu 2011 waren es sogar 10%. Insgesamt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr fast 90.000 (89.769) Tankbetrugs-Delikte bei der Polizei angezeigt." (Quelle: Auto.de)

Zu den Einzelheiten, zu der auch ein Ranking von Städten gehört, in denen das Phänomen besonders häufig bzw. selten auftritt, sei auf die Quelle verwiesen.

Kriminologisch sei vorausgeschickt, dass dieses Deliktsphänomen einen typischen Anlass in der Art des Aufbaus der Selbstbedienungstankstellen findet: Dem Kunden wird gestattet, das Benzin einzufüllen, ohne vorab zu zahlen oder sich zuvor auszuweisen - das ergibt die "Tatgelegenheit". Das Risiko des Zahlungsausfalls wird von den Tankstellen bewusst unter Ersparung des Kontrollaufwands eingegangen, die strafrechtliche Verfolgung der Täter auf die Polizei bzw. den Steuerzahler verlagert ...

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