Schadensersatz und Schadensersatzansprüche

Schadensersatz heißt im Juristendeutsch “Naturalrestitution” und meint, es muss der Zustand hergestellt werden, der ohne das Schadensereignis bestehen würde. Da bei Opfern eines Unfalls oder eines schweren Behandlungsfehlers die Gesundheit meist nicht wiederhergestellt werden kann, muss für alle aus der Schädigung resultierenden Nachteile Schadensersatz geleistet werden.

Je nach Schwere der Verletzung stehen dem Geschädigten unterschiedliche Schadensersatzansprüche zu:

Verdienstausfall: Solange der Geschädigte nicht arbeiten kann (gegebenenfalls bis zum Rentenalter), muss der Verdienstaufall in Form einer Rente oder als Abfindung gezahlt werden. Zusätzlich muss die gegnerische Haftpflichtversicherung die fehlenden Rentenbeiträge an die Deutsche Rentenversicherung zahlen, damit der Geschädigte später eine volle Altersrente erhält.

Haushaltsführungsschaden: Aufgrund der gesundheitlichen Folgen des Unfalls bzw. des Behandlungsfehler können Arbeiten im Haushalt meist nicht, oder nur eingeschränkt verrichtet werden. Auch hier fällt eine monatliche Rente an, die je nach Art des Haushaltes und Anzahl der Familienmitglieder weit mehr als 1.000 Euro im Monat betragen kann.

Zu ersetzen sind auch die vermehrten Bedürfnisse, insbesondere der Pflege- und Betreuungsaufwand. Bei einer 24-Stunden-Pflege beispielsweise, wenn der Betroffene von mehreren Personen rund um die Uhr gepflegt und betreut werden muss, entstehen monatliche Forderungen von mehr als 10.000 Euro, die netto an den Geschädigten auszuzahlen sind.

Sind die Verletzungen so schwer, dass die Behinderungen Änderungen in der Wohnung oder am Haus erfordern, müssen die Kosten für erforderliche Umbauten ersetzt werden. Im sogenannten Schlossherren-Urteil des Bundesgerichtshofes wurden beispielsweise einer Unternehmerin, die unfallbedingt schwerstgeschädigt war, die Kosten für die behindertengerechte Ausstattung ihres Hauses mit 300 ...

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